Vor kurzer Zeit habe ich von Windows zu Ubuntu als Betriebssystem gewechselt. Bei dieser Gelegenheit hatte ich unfreiwillig die Möglichkeit, vier Kundendienste auf ihre Tauglichkeit zu testen.
Unter Windows setzte ich noch UBS Pay ein, um die Elektronischen Rechnungen aus PayNet freizugeben. Da ich die normalen Zahlungen schon seit längerem direkt über das Webbanking der UBS mache, wollte ich beim Systemwechsel fortan auf UBS Pay verzichten. Ich dachte vor dem Wechsel auf Ubuntu nicht daran, noch die offenen PayNet-Rechnungen freizugeben und stellte nach dem Wechsel fest, dass sich diese Rechnungen nicht im Web freischalten lassen. Nach einem Mail an den UBS-Support meldete sich am darauf folgenden Tag der Support und bestätigte die Umstellung. Die neuen Rechnungen würde ich jetzt im UBS Webbanking bearbeiten können.
Schnelle problemlose Reaktion zeichnen den Support aus. Ich hatte nun nur noch das Problem, dass ich die Rechnungen, die noch offen waren, nicht freigeben konnte. Das hiess für mich, dass ich von den betroffenen Partnern die Zahlungsinformationen haben musste, am besten in Form einer Rechnung mit Einzahlungsschein. Dies sollte man meinen, sollte ja nicht so schwierig sein. Zeit für einen Test des Kundendienstes!
Cablecom
Wartezeit betrug ca. 2 Minuten und nach Schilderung des Problems wurde mir eine Rechnungskopie per Post zugesichert, die 2 Tage später auch eintraf. Bei Cablecom also nichts zu motzen.
Visa
Hier wartete ich ganze 4 Minuten. Auch hier bekam ich die geforderte Rechnungskopie am übernächsten Tag. Auch voll erfüllt.
Sunrise
Hier ging es, mit Fr. 25.90 um den kleinsten Betrag. Per Telefon ist es mir nicht gelungen einen Kundenberater an den Draht zu kriegen. Vermutlich bin ich dort Z-Kunde. Dafür konnte ich per „Nummernroboter“ eine Kopie der Rechnung bestellen. Ich kam mir vor, wie Al Bundy beim Bestellen von Ersatzteilen für seinen alten Dodge.
Damit war aber das Problem nicht gelöst. Die Rechnung kam ganze 7 Tage später per Post. Aber leider ohne Einzahlungsschein und Kontoinformationen. Ich war also immer noch gleich weit, ausser dass ich noch eine SMS-Mahnung bekommen habe, dass ich demnächst eine Mahnung mit Fr. 25.– Mahngebühr erhalten werde. Zur Erinnerung, der Rechnungsbetrag ist Fr. 25.90. Das SMS kam 9 Tage nach Ablauf der Zahlungsfrist.
Da ich sowieso nach Winterthur musste, ging ich also mit dem Problem nach Winterthur in den Sunrise Shop. Dort konnte ich die Rechnung auch nicht zahlen, aber dafür bekam ich einen Einzahlungsschein vom Verkäufer von Hand ausgefüllt. Mit diesem ging ich auf die Post und zahlte es am Schalter ein. Wusste schon bald nicht mehr, dass es das noch gibt. Mit der Quittung ging ich in den Laden zurück, wo die Quittung an die Buchhaltung gefaxt wurde, um die Auslösung einer kostenpflichtigen Mahnung zu verhindern.
Sunrise setzt also voll auf Kommunikation. Nur nicht mit dem Kunden. Ich hatte den Eindruck, Sunrise will jegliche Kontakt zu den Kunden unterbinden. Keine Telefonnummern in der Korrespondenz. Keine echten Menschen am Telefon, nirgends eine Mailadresse etc. Läuft dies bei anderen Firmen auch so? Habt ihr Beispiele?